Die Krebsforschung verzeichnet im Jahr 2025 bedeutende Fortschritte, die neue Hoffnung im Kampf gegen bösartige Tumore geben. Besonders zwei Bereiche rücken dabei in den Fokus: die schonende Zerstörung von Tumoren mittels Ultraschall und die Entwicklung intelligenter Apps und Software, die eine bisher unerreichte Präzision in der Strahlentherapie ermöglichen. Diese Innovationen versprechen wirksamere Behandlungen mit weniger Nebenwirkungen für die Patienten.
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ToggleGezielte Tumorzerstörung mit der Kraft des Ultraschalls
Forscher berichten von großen Erfolgen bei der Anwendung verschiedener ultraschallbasierter Methoden, die das Potenzial haben, die Krebstherapie zu revolutionieren.
Histotripsie: Mechanische Zerstörung ohne Skalpell
Eine besonders vielversprechende, nicht-invasive Methode ist die Histotripsie. Hierbei werden hochintensive Ultraschallwellen mit extremer Präzision auf den Tumor gerichtet. Die Schallwellen erzeugen winzige Mikroblasen, die das Tumorgewebe rein mechanisch und ohne Hitzeeinwirkung zerstören. Umliegendes gesundes Gewebe wird dabei maximal geschont. In Großbritannien startete 2025 ein Pilotprojekt des National Health Service (NHS) zum Einsatz dieser Methode, nachdem in den USA bereits seit Ende 2023 Lebertumoren erfolgreich damit behandelt werden. Die Forschung untersucht nun intensiv den Einsatz bei weiteren Krebsarten.
Auch in Deutschland wird Histotripsie zunehmend eingesetzt. Beispielsweise behandelt das Klinikum Braunschweig Lebermetastasen mit dieser Methode, wobei die Tumore computergestützt mit Ultraschall zerstört werden.
Die Forschung zur Histotripsie konzentriert sich derzeit auf die Erweiterung der Anwendungsgebiete über Lebertumoren hinaus. Aktuelle Studien untersuchen den Einsatz bei anderen Krebsarten, wobei erste präklinische Ergebnisse vielversprechend sind.
Histotripsie
Art der Therapie: Nicht-invasive mechanische Zerstörung von Tumoren mittels hochintensiver Ultraschallwellen, ohne Hitzeeinwirkung.
Aktuelle Anwendungsgebiete:
- Lebertumoren (USA, seit Ende 2023)
- Lebermetastasen (Deutschland, Klinikum Braunschweig)
Forschung: Erweiterung auf andere Krebsarten (präklinische Studien).
Hochintensiv fokussierter Ultraschall (HIFU)
Das bereits etablierte Verfahren des hochintensiv fokussierten Ultraschalls (HIFU) wird ebenfalls kontinuierlich weiterentwickelt. Bei dieser Methode erzeugen gebündelte Ultraschallwellen im Tumor Temperaturen von 65 bis 85 Grad Celsius, was zu einer gezielten Zerstörung der Krebszellen durch Hitze (Koagulationsnekrose) führt. Eine S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom aus dem Jahr 2025 bestätigt das innovative Potenzial, auch wenn der Langzeitnutzen für einige Anwendungsgebiete noch weiter erforscht wird.
Hochintensiv fokussierter Ultraschall (HIFU)
Art der Therapie: Thermische Zerstörung von Tumoren durch gebündelte Ultraschallwellen (65–85 °C), Koagulationsnekrose.
Anwendungsgebiet:
- Prostatakarzinom (bestätigt durch S3-Leitlinie 2025)
Forschung: Langzeitnutzen bei weiteren Anwendungsgebieten wird untersucht
Ultraschall-aktivierte Chemotherapie
Ein weiterer Durchbruch ist die Entwicklung von Medikamenten, die erst durch Ultraschallwellen gezielt im Tumor aktiviert werden. Diese sogenannten Prodrugs zirkulieren zunächst inaktiv und somit unschädlich im Körper. Erst am Zielort, dem Tumorgewebe, werden sie durch Ultraschall „scharf geschaltet“ und entfalten ihre zellschädigende Wirkung. Dieser Ansatz verspricht eine deutliche Reduzierung der schweren Nebenwirkungen.
Ultraschall-aktivierte Chemotherapie (Prodrugs)
Art der Therapie: Medikamente zirkulieren zunächst inaktiv im Körper und werden erst im Tumor durch Ultraschall aktiviert.
Ziel: Reduzierung systemischer Nebenwirkungen.
Forschung: Präklinische Entwicklung; potenziell für verschiedene Tumorarten einsetzbar.
Präzisions-Strahlentherapie dank intelligenter Apps und KI
Die zweite Säule der aktuellen Fortschritte liegt in der Digitalisierung der Strahlentherapie.
Adaptive und KI-gestützte Strahlentherapie
Ein zentraler Fortschritt ist die sogenannte adaptive Strahlentherapie. Moderne Linearbeschleuniger, ausgestattet mit integrierter Bildgebung und KI-gestützter Software, können anatomische Veränderungen in Echtzeit erkennen und den Bestrahlungsplan sekundenschnell anpassen. Kliniken wie das Universitätsklinikum Jena meldeten Anfang 2025 den Einsatz von Software-Updates, die genau diese KI-gestützte, tagesaktuelle Planung weiter verbessern.
Adaptive, KI-gestützte Strahlentherapie
Art der Therapie: Linearbeschleuniger mit Bildgebung und KI passen den Bestrahlungsplan in Echtzeit an anatomische Veränderungen an.
Anwendungsgebiet: Allgemein für alle bestrahlbaren Tumore; besonders wirksam bei Tumoren, die sich während der Therapie bewegen oder deren Größe variiert.
Patienten-Apps für mehr Genauigkeit und Unterstützung
Auch für Patienten direkt entwickelte Anwendungen spielen eine immer größere Rolle. Spezielle Apps, die als „Digitale Gesundheitsanwendungen“ (DiGA) sogar auf Rezept verschrieben werden können, unterstützen den Therapieerfolg.
Hochentwickelte Systeme kombinieren Oberflächenscanner mit Kameras, um die Position des Patienten während der Bestrahlung im Submillimeterbereich zu überwachen.
Patienten-Apps / Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)
Art der Therapieunterstützung: Apps für Patienten zur Verbesserung von Therapie-Adhärenz, Nachsorge und Unterstützung während der Strahlentherapie.
Ziel: Verbessertes Monitoring und Genauigkeit bei Bestrahlungen.
Entscheidender Wandel in der Krebstherapie
Die Fortschritte in der Krebstherapie des Jahres 2025 markieren einen entscheidenden Wandel hin zu einer immer präziseren, schonenderen und stärker personalisierten Medizin. Der Trend geht weg von großflächig wirkenden Behandlungen hin zu hochfokussierten, intelligenten Methoden.
Technologien wie die Histotripsie und KI-gestützte adaptive Strahlentherapie ermöglichen es, Tumore mit Submillimeter-Genauigkeit zu bekämpfen und dabei gesundes Gewebe bestmöglich zu schonen. Gleichzeitig stärkt die Digitalisierung durch Patienten-Apps die Rolle der Betroffenen und verbessert die Therapie-Adhärenz und Nachsorge. Zusammengenommen führen diese Entwicklungen zu effektiveren Behandlungen mit deutlich reduzierten Nebenwirkungen und verbessern so nachhaltig die Lebensqualität und Heilungschancen von Krebspatienten.
Übersicht:
Therapieform | Krebsart / Ziel | Status 2026 |
Histotripsie | Lebertumoren, Lebermetastasen, Erforschung weiterer Tumorarten | Klinische Anwendung & Pilotprojekte |
HIFU | Prostatakarzinom | Klinische Anwendung, Weiterentwicklung |
Ultraschall-aktivierte Prodrugs | Verschiedene Tumorarten (präklinisch) | Forschungsphase |
KI-adaptive Strahlentherapie | Verschiedene bestrahlbare Tumore | Klinische Anwendung, tagesaktuelle Anpassung |
Patienten-Apps (DiGA) | Unterstützung der Strahlentherapie | Klinische Anwendung, auf Rezept verfügbar |
Dieser Beitrag wurde redaktionell geprüft. Teile des Textes wurden mit KI-Unterstützung formuliert.
Quellen
- Medizin und Technik – Industrie.de
„Präzises 3D-Vision-System unterstützt Strahlentherapie“, veröffentlicht am 7. September 2022.
Verfügbar unter: https://medizin-und-technik.industrie.de/technik/entwicklung/praezises-3d-vision-systemunterstuetzt-strahlentherapie/ - Hyperthermie Zentrum Hannover
„Histotripsie – Mit Mikrobläschen gegen Leberkrebs“, veröffentlicht am 24. September 2024.
Verfügbar unter: https://www.hyperthermie-zentrum-hannover.de/post/histotripsie-mit-mikrobl%C3%A4schen-gegen-leberkrebs - Focused Ultrasound Foundation
„Histotripsy for Liver Tumors: One-Year Data Suggest 90% Tumor Control“, veröffentlicht am 6. Mai 2025.
Verfügbar unter: https://www.fusfoundation.org/posts/histotripsy-for-liver-tumors-one-year-data-suggest-90-tumor-control/ - University of Cambridge
„Cambridge to offer cutting-edge ultrasound treatment for NHS cancer patients in UK first“, veröffentlicht am 10. Juni 2025.
Verfügbar unter: https://www.cam.ac.uk/news/cambridge-to-offer-cutting-edge-ultrasound-treatment-for-nhs-cancer-patients-in-uk-first - PubMed
Tang, S., McGinnis, R., Cao, Z., Baker Jr, J. R., Xu, Z., & Wang, S. (2025). Ultrasound-Guided Histotripsy Triggers the Release of Tumor-Associated Antigens from Breast Cancers. Cancers, 17(2), 183. https://doi.org/10.3390/cancers17020183.
Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39857965/ - Titelbild von Chokniti Khongchum



