Literatur: Befreiung vom Überfluss von Niko Paech (Neuauflage)

Die wahre Befreiung: Warum „Befreiung vom Überfluss“ glücklicher macht

Hand aufs Herz: Fühlen Sie sich manchmal erschöpft von all den Dingen, die Sie besitzen, von den Jobs, die Sie nur machen, um sich diese Dinge leisten zu können, und von der ständigen Angst, den Anschluss zu verpassen? Mir ging es so, bis ich die Thesen von Niko Paech zur Postwachstumsökonomie in seinem Buch „Befreiung vom Überfluss“ gelesen habe.

Paech ist kein Träumer, sondern ein Volkswirtschaftler, der mit beißender Logik unser aktuelles System seziert. Seine zentrale, unbequeme Wahrheit: Ein „grünes Wachstum“ gibt es nicht. Wir können die Erde nicht retten, indem wir einfach mehr kaufen, selbst wenn die Produkte bio oder öko sind. Das ist die harte Nachricht.

Aber hier kommt die große, positive Wende: Die Abkehr vom Wachstum ist keine freudlose Verzichtübung, sondern der Weg zur größten Befreiung unserer Zeit.

„Möglichst viel Fremdversorgungsballast abzuwerfen, der bedürftig und beherrschbar macht, befreit von Angst vor einer zusehends unsicheren Zukunft.“

Niko Paech – Befreiung vom Überfluss

Raus aus dem Konsumburnout

Die wahre Stärke dieses Buches liegt darin, wie Paech Konsum und Zeitmangel als zwei Seiten derselben Medaille entlarvt. Er fragt: Wozu all der Aufwand? Wir arbeiten länger, um uns immer mehr Güter zu kaufen, die uns aber gleichzeitig unsere wertvollste Ressource rauben: die Zeit. Die Zeit, die wir bräuchten, um diese Dinge zu nutzen, uns um sie zu kümmern oder sie überhaupt wertzuschätzen.

Paechs Entwurf einer Postwachstumsökonomie bietet einen brillanten Ausweg aus dem Hamsterrad des Kapitalismus: Die Lösung heißt Suffizienz und Subsistenz:

  1. Suffizienz (Genügsamkeit) = Wir entdecken, dass weniger mehr ist, nicht nur ökologisch, sondern auch psychisch. Weniger Überfluss bedeutet weniger Ballast, weniger Stress und mehr mentale Freiheit.
  2. Subsistenz (Selbstversorgung) = Wir erobern unsere Unabhängigkeit zurück. Statt alles zu kaufen (Fremdversorgung), reparieren wir Dinge selbst, tauschen mit Nachbarn, lernen Handwerk. Das schafft Resilienz und vor allem: Sinn.

Das Glück der Eigenständigkeit

Ich fand es ermutigend, wie Paech zeigt, dass wahre Lebensqualität nicht käuflich ist. Sie entsteht im lokalen, gemeinschaftlichen Tun. Wenn ich das teure, kurzlebige Produkt durch eine reparierte, selbstgemachte oder mit jemandem geteilte Lösung ersetze, gewinne ich nicht nur Ressourcen, sondern auch Kompetenz, Gemeinschaft und Selbstwirksamkeit.

Dieses Buch ist kein Ratgeber, sondern ein Manifest für eine zukunftsfähige und zutiefst menschliche Lebensweise. Es zwingt uns, unsere Definition von „Wohlstand“ radikal zu überdenken. Und am Ende bleibt die Gewissheit: Die Verringerung unseres ökologischen Fußabdrucks bedeutet gleichzeitig die Vergrößerung unserer Lebenszeit und unseres Glücks.

Mein Fazit: Eine Pflichtlektüre für alle, die das Gefühl haben, dass ihr Leben von der Logik des Marktes bestimmt wird. Paechs Ideen sind radikal, aber sie sind der Schlüssel zu einer ökologisch verantwortlichen und innerlich zufriedenen Zukunft. Dieses Buch ist die intellektuelle Befreiung aus dem Hamsterrad.

Coverbild: © Oekom-Verlag

Details zur aktuellen Ausgabe (2025):

  • Titel: Befreiung vom Überfluss – das Update

  • Autor: Niko Paech

  • Verlag: Oekom Verlag

  • Erscheinungsjahr: 2025

  • Seitenzahl: 144 Seiten

  • Einband: Gebundene Ausgabe

  • Sprache: Deutsch

  • ISBN: 978-3-98726-139-8

  • Preis: 18,00 €

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