In der strukturschwachen, aber historisch reichen Stadt Zeitz hat ein junger Verein ein riesiges, verfallenes Klosterareal übernommen. Sie beleben es mit Kulturveranstaltungen, Bildungsangeboten, Ateliers, Werkstätten und einem Weinhof. Es ist ein beeindruckendes Beispiel für die Wiederbelebung des ländlichen Raums durch Kultur und Gemeinschaftsengagement.
Inhalt
ToggleEin Labor für das Miteinander
Die Kultur- und Bildungsstätte Kloster Posa e. V. ist ein pulsierendes Experimentierfeld. Hier wird erprobt, wie nachhaltiges Wirtschaften, solidarisches Arbeiten und ein vielfältiges Miteinander ineinandergreifen können. Auf dem historischen Gelände eines ehemaligen Klosters, das lange dem Verfall preisgegeben war, entsteht seit 2013 ein Ort, an dem sich alte Mauern und neue Ideen begegnen: Geschichte trifft auf Handwerk, Kunst auf Umweltbildung, Tradition auf Utopie.
Vom Reden zum Machen
Auf Kloster Posa wird der grüne Wandel gelebt. Und das ganz konkret. Die Menschen vor Ort tauschen die Tastatur gegen die Lehmkelle und sanieren alte Mauern mit traditionellen Techniken und eigenen Händen. Sie pflanzen und pflegen Streuobstwiesen, deren Früchte sie selbst verarbeiten, und bauen Gemüse für die Gemeinschaftsküche an.
Sie gestalten Werkstätten, Ateliers und Seminarräume, die mit Leben gefüllt werden. Es ist ein Ort des Lernens für alle Generationen: Kinder entdecken, was Biodiversität bedeutet, wenn sie barfuß über die Wiesen laufen und Insektenhotels bauen. Kunstschaffende finden in Residenzprogrammen Ruhe und Inspiration für neue Projekte. Nachbar*innen und Gäste kommen zusammen, um Feste zu feiern, gemeinsam zu kochen, Konzerten zu lauschen oder einfach nur Zeit und Gedanken zu teilen.
Die Kraft der Selbstwirksamkeit
Was auf Posa wächst, ist das spürbare Gefühl, selbst wirksam zu sein. Es geht darum, Verantwortung für den eigenen Lebensraum zu übernehmen und zu erkennen, dass Gemeinschaft die stärkste Ressource ist.
Das „gute Leben“ ist hier das Ergebnis des eigenen Engagements. Es ist ein Leben, das die lokalen Ressourcen kennt, Kreisläufe schließt und Sinn stiftet, fernab von urbaner Anonymität.
Vom Verfall zum Möglichkeitsraum
Das Kloster Posa ist der lebendige Beweis, wie aus einem fast vergessenen, verfallenen Ort ein offener Möglichkeitsraum entstehen kann. Getragen wird er von Menschen, die den Mut haben, Dinge selbst in die Hand zu nehmen, statt auf Impulse von außen zu warten.
Wer dorthin kommt – ob zum Workshop, zum Café-Besuch oder zum Spaziergang –, spürt sofort: Hier geht es nicht nur um Kultur, Bildung oder Denkmalschutz. Es geht um eine Haltung. Eine Haltung der Offenheit, der Zuversicht und der tiefen Überzeugung, dass wir die Welt, in der wir leben wollen, selbst gestalten können.
Titelbild: © Kloster Posa
Steckbrief: Kultur- und Bildungsstätte Kloster Posa
Ort: Kloster Posa 2, 06712 Zeitz, Sachsen-Anhalt
Träger: Kultur- und Bildungsstätte Kloster Posa e. V.
Gegründet: 2013 (als Verein zur Wiederbelebung des Klostergeländes)
Geschichte: Ehemaliges Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert, nach der Reformation aufgelöst, jahrhundertelang landwirtschaftlich genutzt
Ziel: Schaffung eines Ortes für nachhaltiges Leben, Kultur, Bildung und kreative Projekte – ein Experimentierfeld für ein gutes Leben
Angebote:
Ateliers, Werkstätten (z. B. Siebdruck)
Seminarräume und geplantes Seminarhaus
Workshops zu Natur- und Umweltbildung
Kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen
Besonderheiten:
Historische Klostergebäude auf dem Posaer Berg
Streuobstwiesen und naturnahe Gestaltung
Fokus auf Gemeinschaft, Selbstwirksamkeit und Nachhaltigkeit
Kultur- und Bildungsstätte Kloster Posa e. V.
Kloster Posa 2, 06712 Zeitz
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